Jemand der jahrelang in der DDR gelebt hat, weiß bestimmt, was ein totalitär-kommunistisch geprägtes System bedeutet. Jedenfalls hat es mit persönlicher Freiheit, mit Rechtsstaatlichkeit und gutem Leben wenig zu tun: Gängelung, Propaganda, Bespitzelung, direkte Unterdrückung und Inhaftierung gehörten zum Alltag. Opposition wurde systematisch ausgeschaltet, und die kommunistische Partei traf über alle Köpfe hinweg die wichtigen Entscheidungen. Anpassung und Konformität waren Mittel einer unauffälligen Lebensführung, aber auch der persönlichen Sicherheit.  Als die Umstände es ermöglichten, wurden die Bürger- Proteste in der DDR gegen diese Herrschaft in Form von Flucht, Ausreisen, Opposition und aktivem Widerstand immer intensiver und mündeten im November 1989 in die Wende und in die Vereinigung Deutschlands.

Nach 25 Jahren müssen die Bürger der DDR erleben, wie das Deutschland ihrer demokratischen Wünsche in eine Art von DDR- Herrschaft mutiert. Nicht nur, dass die Kanzlerin eine ehemalige DDR-Genossin und Propaganda-Funktionärin ist, sondern auch, dass sie in wenig veränderter Form die gelernte stalinistische Strategie- freilich in angepasster Form- Schritt für Schritt umsetzt, dürfte mehr als einen Effekt der Wiedererkennung bewirken. Mancher DDR-Bürger dürfte enttäuscht und erschrocken über diesen Weg in eine totalitäre Gesellschaft sein.

Zu diesem bereits eingeleiteten Systemwechsel gehören u. a. folgende Punkte:

  • Zügelung der Parteien durch Kartellbildung
  • Intensivierung der Ämterpatronage,
  • Degradierung des Parlamentes
  • Aufhebung der Gewaltenteilung,
  • Diffamierung der parlamentarischen Opposition
  • Manipulation von Recht und Gesetz,
  • Intervention in freie Wahlen,
  • Verstaatlichung der freien Presse- und Medienlandschaft,
  • Politik der Vorschriften und Entmündigung,
  • Schritte zu einer verstaatlichten Wirtschaft,
  • Zerstörung der Nation mittels Islamisierung,
  • Entsolidarisierung durch Minderheiten-Politik
  • Auflösung des Staates in einen EU-Zentralstaat.

Die  in einer weitgehend funktionierenden freien und wohlhabenden Gesellschaft  aufgewachsenen Bundesbürger und ihre nun erwachsenen Kinder mögen den Wert eines sozialen, rechtlichen und demokratischen Staates für gering schätzen und den links-, grün- und bunt-kommunistischen Experimenten aus Unkenntnis und fehlender Erfahrung aufgeschlossen und willfährig gegenüberstehen. Doch für die Menschen, die selbst in einer totalitär-kommunistischen Gesellschaft aufgewachsen sind und die Wirklichkeit des Staatskommunismus kennen, dürfte das Ergebnis eines solchen Experimentes bereits feststehen: Der Untergang der UdSSR und ihres Imperiums zeugt davon.

Natürlich beurteilen die alt-neuen kommunistischen Kader der DDR und ihre Nachfolger die Regierungspolitik anders. Es gibt nun reichlich Chancen, auf abgesicherter staatlicher Grundlage die kommunistischen Zielsetzungen im grün-bunten Gewand weiter zu betreiben. Zum Beispiel kann nun das auch in der DDR praktizierte faschistische Antifa-Modell im staatlichen Auftrag und mit entsprechender Förderung gegen oppositionelle Kräfte umgesetzt werden.

Aus dem großen Scheitern des Kommunismus im 20.Jahrhundert wird im vereinten Deutschland der Schluss gezogen, man könne es durchaus noch einmal versuchen.

Kategorien: Demokratie