In den USA kann man schlecht mit dem Nazi-Vorwurf gegen den politischen Gegner kämpfen. Diese ideologische Waffe ist für die Disziplinierung, Unterdrückung und Diffamierung der Deutschen reserviert und wird vorzugsweise unter Deutschen benutzt. Die Wege der Amerikaner sind vorwärts gerichtet und auf Modernität abgestellt. Die unter den Amerikanern geläufige und angesehene Disziplin der Psychiatrie ist daher das Mittel der Wahl, wenn es um erfolgsversprechende und glaubwürdige Denunziation, Stigmatisierung und Diffamierung politischer Gegner geht.

37 Psychiater und Psychologen haben Trump analysiert und ihn als „absolut gemeingefährlich und für sein hohes Amt unfähig“ (Klappentext) bezeichnet. Das ist sicherlich richtig, aber für wen ist er gefährlich und ungeeignet?? Für den tiefen Staat und die Obama-Clinton- Schickeria ist Trump sicherlich nicht förderlich. Für das amerikanische Volk ist er jedenfalls wählbar und nicht ungeeignet.

Doch fragen wir, wie diese ausgewiesenen Experten zu ihrem Urteil gekommen sind. Fest steht, dass es sich um Ferndiagnosen handelt, die aufgrund von Medien-Beiträgen, Bilder-und Filmmaterialien, verschiedenen Aufzeichnungen etc. zustande gekommen sind. Das bezeugen die Autoren selbst.

Ich habe meine Zweifel, ob es sich um die Besten ihres Faches handelt. Es könnten die Erfolgreichsten sein, vielleicht ausgewählte Gegner Trumps oder Liebhaber von 100.000 Dollars oder von allen drei Kategorien etwas.

Aber verantwortungsvolle, humane und die professionellen Standards einhaltende Vertreter ihres Faches sind sie alle nicht. Keine Diagnose ohne persönliche Untersuchung des Patienten. Diese jedem Arzt geläufige Vorgehensweise gilt auch und wegen ihrer Komplexität ganz besonders für psychiatrische Untersuchungen. Allein die Befunderhebung dürfte eine Vielzahl von intensiven Gesprächen zwischen Untersucher und Untersuchtem erforderlich machen, bevor überhaupt eine Diagnose in Angriff genommen werden kann.

Auch verletzen alle Experten die moralischen Standards ihrer Professionen, wenn sie als Psychiater oder Psychologen, jedenfalls als Vertreter ihrer Fächer, solche mehr oder weniger unprofessionell erhobenen „Befunde“ als professionelle Statements der Öffentlichkeit präsentieren. Natürlich können sie alle ihre politischen Meinungen zu Trump äußern, aber nicht in der Form schein-wissenschaftlicher Aussagen und Statements. Da sie um die nur sehr begrenzte oder gar nicht vorhandene Aussagekraft ihrer  Analysen wissen, beteiligen sie sich an dem schmutzigen Geschäft der Denunziation und Stigmatisierung einer Person, die wie jede andere von psychiatrischen Experten Respekt und Zurückhaltung erwarten darf. Psychiatrie wird Politik.

Bleibt die Frage, wie solche Psychiatrie-Experten wohl die Clintons und Obamas beurteilt hätten. Sie wären alle beurteilt worden als gemeinwohlorientiert, kompetent, ausgeglichen, freundlich, stabil, innengeleitet, korrekt und moralisch einwandfrei und für absolut jedes Amt geeignet. Wer anderes erwartet hat, versteht die politische Psychiatrie noch nicht.

Es gibt schon länger eine politisch ausgerichtete Psychiatrie. Beispiele aus dem Hitler-Deutschland, aber auch aus der UdSSR und aus der DDR werden oft genannt. Heute tritt diese politisierte Wissenschaft ungehemmt selbst gegen einen politischen Gegner in Erscheinung, der der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika ist. Er wird sich zu wehren wissen. Nicht jeder wird es können, der solchen Angriffen ausgesetzt ist. Der soziale Tod kann bei den vielen Schutz-und Wehrlosen schnell eintreten.

Das vergleichbare Etikett, das auch den sozialen Tod des Etikettierten bewirken soll, ist in Deutschland die Nazi-Stigmatisierung von Regierungsseite, von den Medien, Verbänden, Kirchen, den vielen Nicht-Regierungsorganisationen, etc. und den Kartell-Parteien. Jeder, der anders als jene Institutionen denkt, ist potentiell ein Nazi. Merkel beteiligt sich an dieser öffentlichen Denunziation selbst und beflügelt diese allgemeine und öffentliche Stigmatisierungs-, Denunziation- und Diffamierungspraxis der politischen Gegner nach Kräften.

image_pdfPDF