An die Spam-Universität

Sehr geehrte Damen und Herren!


Als Psychiater im Ruhestand möchte sie um eine Beratung und auch Unterstützung bitten. Richtiger zu sagen: im Ruhesitz, weil ich nicht lange stehen kann. Noch richtiger im Unruhersitz.

Seit Jahren interessiere ich mich für die Politiker,
richtig verstanden: nicht für Politik, sondern für Politiker.

Mein Lieblingspolitiker ist der Gesundheitsminister Spam.

Weil Deutsch nicht meine Muttersprache ist und dazu noch mein recht vorgeschrittenes Alter und     – nicht zu verbergen -berufsbedingte Abnutzungserscheinungen, verwechsle ich seinen Namen oft mit einem ähnlichen Wort. Das sagt gar nichts zu meiner Schätzung seiner allerlei Qualitäten.                  

Doch ich identifiziere mich mit ihm so stark, dass ich seit gestern, als ich über seine Corona gehört
habe, ähnliche Symptome habe. Identifikationssymptome sage ich.

Vor vielen Jahren habe ich ein Buch gekauft über die psychischen Störungen bei Politikern, in
der Tat bei amerikanischen, aber auch britischen,
von den russischen gar zu schweigen, die man in keinem Buch findet. Vom … angefangen und weiter. Und von Trump höre und lese ich jeden Tag, wundere mich, wie trotzdem alle diese Länder noch existieren.

Gelegentlich komme ich auf den Gedanken, dass es unserem Land letzter Zeit nicht so gut geht, weil unsere Politiker psychisch so gesund und unverbraucht sind. Natürlich verstehe ich, dass diese Gedanken nicht korrekt und vielleicht auch nicht gesund sind.                                                  

Ich frage mich oft auch, über welche geistigen Fähigkeiten ein Politiker verfügen sollte.

In Russland war es ein Parteibuch, hier ist es mehr ein Studium der Theater- oder Politikwissenschaft,
vorzüglich mit einem Abschluss oder mit Doktorgrad.

Für Theater sehe ich nicht ganz kompetent aus, auch wenig Haare.                                              

Was Politikwissenschaft angeht:

Im TV sehe ich jeden Tag Fachprofessoren und höre, was sie erzählen. Seitdem ich Rentner geworden bin und kein Bezug mehr zur Psychiatrie pflege, habe ich solche Erzählungen nicht mehr so oft gehört. Deswegen möchte ich anfangen Politikwissenschaft zu studieren- gerade an ihrer Uni, weil eben mein Lieblingspolitiker hier studiert hat.

Oft denke ich, dass ich in meiner Lebenszeit nicht mehr zum Abschluss komme, aber mein Drang,
Neues über Politik zu lernen, ist unüberwindlich.

In Erwartung einer positiven Nachricht grüße ich Sie herzlich!

T. W.