Als langjähriger „Bundesligaspieler“- ich habe jahrzehntelang Sportschau, dann ein paar Jahre sky geguckt, jetzt wieder Sportschau-habe ich die fortschreitende Veränderung des Fußballs von einem Männerereignis über die fortschreitende Feminisierung der Zuschauer bis hin zum Familienevent beobachten können. Dabei ist mir besonders aufgefallen, dass Krawalle und Schlägereien kaum stattfanden, als die Kulisse weitgehend aus Männern bestand. Aufmüpfigkeiten oder Imponiergehabe jüngerer Altersgenossen konnten immer sehr schnell durch „richtige“ Männer beendet werden.

Gleichzeitig wurde mein Lieblingssport, dem ich in der Jugend und der Kreisklasse beim SCP 06 gefrönt habe, immer mehr kommerzialisiert. Diese Stufe der Sportentwicklung ist oft beschrieben und beklagt worden. Auch ich habe diese Auswüchse des Fußballs immer bedauert, da hier unvermeidliche Konzentrationsprozesse einsetzen, die die den Fußball langfristig verkümmern lassen.

Man muss nur die Verflechtungen der großen Vereine der Bundesliga und die Namen der finanzkräftigen Gesellschaften auflisten, um zu erkennen, was dort gespielt wird und wer dort spielt. Das ganz große Geld vereint alle!

Der Fußball setzt Millionen, ja Milliarden um: Zuschauer, Besucher, Medien, Werbung, Übertragungsrechte, Sponsoring, Transfergeschäft, Arbeitgeberfunktionen, Polizei und Schutzpersonal, Stadion, Infrastruktur der Zugänge, Wege und Straßen, Reinigung, öffentliche Sicherheit, Krankentransporte etc. Er bildet ein Konglomerat von Kapitalgesellschaften, Medien, kleiner und großer Politik etc.

Das Geschäftsgebaren der Vereine braucht politischen Flankenschutz und bekommt ihn auch. Schließlich gehört der Fußball zum wichtigsten „Brot und Spiele“- Angebot unserer Gesellschaft des Spaßes und der Entpolitisierung.

Das Prinzip des do-ut-des bestimmt das Verhältnis von Bundesliga und Politik.

Was bringt die Bundesliga ein? Wer hat beim DFB das Sagen: ein Merkel und multikulti Migrationsfan. Wer sonst? Außerdem kann der Politiker im Glanze der Millionen Fernseh-Zuschauer und auf der Tribüne für sich werben oder sich im kleinen Kreis- wie auch immer- amüsieren und sonnen.

Man könnte auch dieses Stadium der Politisierung übersehen und ertragen, wenn es nicht langsam so penetrant wäre:

Die deutsche Nationalmannschaft wird zur Mannschaft umgetitelt. Uns wird Respekt abverlangt, als wären wir (gegen wen auch immer) respektlos. Zumeist wird die Forderung von Leuten erhoben, die im Gelde baden und sich oft genug durch wenig Gemeinsinn auszeichnen.

Auch in den Talkrunden wird es immer moralischer. Es fehlt mir einzig und allein ein anfängliches gebetsähnliches Ritual, das mich auf die moralisch gesättigte Fußball-Predigt einstellt. Die Fußball-Welt als Vorbild von multikulturellem Zusammenleben und Friedlichkeit. Hier haben wir endlich ein Vorbild für „Das schaffen wir!“

Wir vergessen dabei, dass alle Mitspieler zu den Höchstverdienern zählen und es sich bei den multikulturellen Fußballspielern um sorgfältig ausgewählte, mehrfach und in jeder Hinsicht geprüfte Sportler handelt, die sich und ihre Familien durchaus auf Eigenkosten pflegen und ernähren können.

Das unkritische und vorauseilende Mit-Machen bei den direkten und indirekten Willkommensaktionen verzeihe ich Managern und der ganzen Entourage nicht! Wenn ein Frankfurter Fußballboss durchdreht und die AfD-Wähler aus seinem Verein aussortieren möchte, sieht man nur die Spitze eines Eisberges, der uns als Freunden und Förderern des Fußballs andeutet, wie es mit demokratischem Verständnis und rechtsstaatlichem Denken in den Führungsetagen unseres Lieblingssportes aussieht.

1933 wurden die Juden aus den Vereinen geworfen, heute werden diejenigen als Nazis aussortiert, die dem Willkommen kritisch gegenüberstehen.

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