Wir haben es verlernt, aus dem täglichen Geschehen zu lesen. Es ist auch nicht leicht, denn die Lektüre wird durch verdunkelnde und unleserliche Zutaten und Überschreibungen behindert. Das ist kein Zufall, sondern Aufgabe ganzer Berufsgruppen und einer Unzahl weiterer Wort-, Gedanken- und Wahrheitsinstitutionen. Hinzu kommt, dass das Lesen der Wirklichkeit dem Leser doch zumindest genaues Buchstabieren- also genaues Hinsehen- und das Erschließen der Bedeutung eines Wortes und ganzer Satzreihen – also die Frage nach dem Inhalt – abverlangt. Wenn diese Voraussetzungen gegeben sind, kann aus dem Gelesenen eine produktive Entzifferung der Wirklichkeit erfolgen. Wenn nicht, dann bleibt das Geschehen für viele unverständlich und unleserlich. Die Lektüre und deren Interpretation werden den vielen Wahrheitseinrichtungen arglos überlassen. Das Verkündete wird von der gläubigen Herde fest geglaubt.

Eine andere Variante ist das Interpretieren aus dem Sollenden. Nicht das Geschehen, sondern das Gewünschte oder das Phantasierte wird zur unmittelbaren Richtschnur des Lesens und des Verständnisses der Realität. Eine imaginierte Wirklichkeit zweiter Ordnung tritt an die Stelle der wirklichen Welt. Alle Menschen sind Brüder und Schwestern und leben in einer großen Weltfamilie. Die familiale Moral der Umarmung und Versorgung aller Menschenkinder wird zur alternativlosen Maxime. Jede Frage nach der Wirklichkeit bleibt außen vor.

Wenn einem Baby der Kopf abgetrennt wird und wenn sich solche und ähnliche Einzelfälle nicht nur wiederholen, sondern üblich werden und wenn aus einer besonderen Menschengruppe diese Taten hervorgehen, dann wird das imaginierte Bild der Menschen-Familie keineswegs mit der Wirklichkeit konfrontiert, weil nicht sein kann, was nicht sein darf. Der Grund für die Untaten liegt nach der imaginierten zweiten Ordnung an dem Mangel der Liebeszuwendung und der sozialen Gesinnung. Hier liegen die Chancen der Optimierung. Wir schaffen das!

Wenn jetzt Notre Dame im fortschreitend islamisierten Europa in Brand steht, dann liegt die Frage nach der Wiederherstellbarkeit des großartigen und für die christlich fundierte und genährte europäische Welt – weniger für die Kirchen – bedeutsamen Bauwerks auf der zweiten Ebene der scheinhaften Auseinandersetzung. Hier tummeln sich schon die Macrons und Merkels Frankreichs und Deutschlands wie Fische im Wasser! Sie alle sehen in dem Wiederaufbau eine Chance, ihre Politik der Islamisierung ungehindert fortsetzen zu können, indem sie so tun, als ob sie Europa und seinen Völkern verpflichtet wären!

Für die wirkliche Auseinandersetzung ist auch nicht die Frage nach den Tätern entscheidend, wenn sie auch nicht ausgeklammert werden darf. Entscheidend ist die Frage, was dieser Brand signalisiert. Was sagt er uns? Was können wir bei sorgfältiger Lektüre lesen und erkennen? Er sagt uns, dass die imaginierte Welt eines europäischen Islamismus zusammengebrochen ist, dass die Islam-Funktionäre aller Parteien ihr Programm der Zerstörung der europäischen Kultur und Lebensweise einstellen müssen. Sie haben den Kampf für einen islamisch-undemokratischen EU-Einheitsstaat verloren! Der Brand ist genau im richtigen Zeitpunkt ausgebrochen, wo der Punkt der Unumkehrbarkeit der Islamisierung noch nicht erreicht zu sein scheint. Die letzte Chance der Umkehr ist von einer Kraft, die nicht das Böse will, den Menschen Europas gesendet worden!

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