Viele Politiker – besonders unsere DDR-Kanzlerin – betonen immer wieder, dass ihre Partei in der Mitte der Gesellschaft stehe. Dort versammeln sich- so die Annahme- die bürgerlichen Kräfte, also vermeintlich die Besten des Landes.

Überhaupt wollen alle – auch Herr Meuthen von der AfD-Opposition – unbedingt mit ihren Parteien in der Mitte der Gesellschaft ankommen. Warum nur?

Schauen wir uns ein wenig bei unserer Verwandtschaft um. In der Tierwelt- die ja durchaus Vorbildliches zeigt- steht es mit der Mitte nicht so gut: Hier bewegen sich die Schwächeren der Herde. Sie werden von denen geschützt, die sich hinten oder vorne aufhalten: den Stärksten des Rudels. Von der Mitte kann man auch nicht nach vorn sehen. Weder können Gefahren richtig eingeschätzt noch können irgendwelche Perspektiven ausgemacht werden. Man tritt dort auf der Stelle, kann Gefahren und Perspektiven beliebig imaginieren und wird von anderen geschützt.

In der Mitte- so könnte aus der Tierherde für die Politik gefolgert werden- sind besonders die Leute zu finden, die sich gerne leiten und führen lassen und der Leitung wenig Ärger bereiten. Sie haben blindes Vertrauen in die Führung. Umgekehrt: Die Führer wollen für ihre Dominanz zumeist solche dankbaren und vertrauensseligen Menschen um sich haben. Die Mitte symbolisiert insofern auch den Herdentrieb, der schon so oft in den Abgrund geführt hat.

Merkel in der Realität und Meuthen in seinen Träumen passen wirklich in die Mitte dieser keineswegs bürgerlichen Gesellschaft.

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