In Zeiten des Krieges demonstriert uns das Internet, wie wenig dieses Medium geeignet ist, faire, ausgeglichene und offene Informationen und Aufklärung zu liefern. In einem freien und demokratischen Staat könnte man doch erwarten, dass die Informationen, die von den am Krieg Beteiligten verbreitet werden, allen Nutzern des Internets zur eigenen Urteilsbildung zur Verfügung gestellt werden. Doch das ist beileibe nicht der Fall.

Hier beginnen die Negation und Ächtung der Position Russlands und die Freisprechung der Sichtweisen der Ukraine, der USA und der Nato und somit unsere politische Vereinnahmung durch das Internet.

Im Internet werden russische Informationsquellen offensichtlich blockiert und dem Nutzer vorenthalten. Dem Bürger wird nicht mehr zugetraut, sich seines Verstandes aufgrund eigener Anstrengung und ohne Fremdhilfe bedienen zu können.

Die Herrschenden des Landes sorgen sich um das Wohl und die rechte Gesinnung ihres Volkes, indem sie Fürsorge für dessen seelische Gesundheit und korrekte Meinugsbildung betreiben. Die Quellen und Argumente der Gegenseite sind des Teufels und gehören wegen Ansteckungsgefahr unter Quarantäne.

Der Staat nimmt immer mehr die Position des Allmächtigen ein, der über seine Schäfchen wacht. Nach der staatlichen Sorge um unsere Gesundheit wird ein weiteres Schlachtfeld der Bevormundung bearbeitet.

Müssen wir uns endgültig von der Vorstellung des Internets als eines Mediums der Erweiterung unserer Information und Aufklärung verabschieden? Ist die Einverleibung dieses Mediums in den Mainstream schon so weit fortgeschritten?

Doch die Lage ist nicht aussichtslos. Keine Regierung kommt gegen die menschliche Vernunft und Phantasie an. Wer sucht, der findet. Für den Kenner des Internets gibt es auch in diesem Fall einige Möglichkeiten, sich die verfemten Informationen auf die Festplatte zu holen. Das macht doch Hoffnung!