Die for ever young Partei der cleveren Verkäufer von Zukunftsprojekten, die leider nur in der Zukunft funktionieren, sticht seit ihrem Wahlerfolg in Bayern der Hafer. Wenn es dem Esel zu wohl ist, geht er aufs Eis- ein weiteres Sprichwort dazu. Die Russen haben die Zeit des Übergangs vom Sozialismus zum Kommunismus dieses Phänomen der Selbstüberschätzung als „ein vom zu vielen Fett Durchdrehen“ bezeichnet. Die Amerikaner sagen: „to go wild from all the fat“. Man sollte also seine Hoffnungen auf magere und luxusminimierte Zeiten setzen.

Soeben wurde mir von einem Zellnachbarn mitgeteilt, dass es einen neuen Lebensratgeber für Kita-Kinder gibt. Diese frühkindliche Pädagogik-Broschüre trägt den Titel: „Ene, meine,muh und raus bist du! Ungleichwertigkeit und frühkindliche Pädagogik“. Die Handreichung der allseits bekannten Maas-Einrichtung für korrektes Denken – der Stasi verseuchten Amadeu Antonio Stiftung – ist für das Handlungsfeld Kindertagesbetreuung gedacht und reagiert auf neue Herausforderungen im Umgang mit Abwertungen, Rechtspopulismus und Rechtsextremismus. Sicherlich wurde dieses wegweisende und unersetzliche Erzeugnis wieder aus unseren Steuergeldern von gut verdienenden Pädagogen der Güteklasse 1+ produziert.

Grünes Baby

Der von Olaf Scholz, einem keineswegs harmlosen Merkelverschnitt, ehemals ausgelobte Kampf um die Oberhoheit an den Kinderbetten wird also verschärft umgesetzt, kommt aber gleichwohl zu spät. Erstens: China hat schon frühzeitig das Werk „Chairman Mao talks to the people: talks and letters 1956-1971” herausgegeben. Zweitens hat sich der tiefgrüne Islamist des Hohen Nordens Habeck als Pädagoge versucht und u. a. die für grüne Genderspezialisten schwierige Quizfrage gestellt: Wann der Mann ein Mann ist? Eine illustrative Ausgabe würde auch den Wünschen der weniger lesenden, aber sich doch als überdurchschnittlich gebildet ansehenden Gemeinde der Grünwähler in den luxuriöseren Gegenden unseres Landes entgegenkommen und – falls Kinder vorhanden sind – den ersehnten kindlichen Einstieg in den Gender- und Sexualwahn wesentlich erleichtern.

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Heute Nacht tropfte der Hahn der Wasserleitung auf unserer Station, und ich habe deshalb wirklich schlecht geschlafen. Offensichtlich hatte der Stationsarzt den Kopf eines Mitbewohners mit der uralten Methode des „Tropfen höhlt den Stein“ (gutta cavat lapidem) behandelt. Vielleicht wird diese Methode seinen Kopf gesund machen, aber keineswegs gefügig.

Im Frühstücksraum lief das Fernsehen mit dem Phoenix-Programm. Das Lieblingsspielzeug aller Deutschen- der Verein- darf nicht mehr auf der heimatlichen deutschen Scholle beruhen und auf deutsche Bürger fixiert sein, sondern muss sich internationalisieren. Mir fiel dazu ein: Im Bahnhofsviertel der Großstädte tragen die afrikanischen und türkischen Obstgeschäfte und andere Verkaufsstellen immer das Kennzeichen der Internationalität. Die Bemühungen um Veränderung der Gepflogenheiten versprechen jedenfalls bessere Zeiten für die internationalisierten und islamisierten Vereine!

Heute nun gab es auf der Station keinen ärztlichen Besuch. Der Pfleger berichtete, dass die Ärzte die Tropfen zählen und demnächst Umfragen durchführen wollen. Für Morgen habe ich mir vorgenommen, den Arzt zu fragen, wie ich zu einem International-Menschen werden kann, was ich für meine Internationalisierung tun muss. Ich will nicht mehr deutsch sein. Wie viele Tropfen benötige ich dafür?

Schon wieder habe ich Bauchschmerzen, und es ist mir nicht ganz wohl. Ich muss mir doch einen anderen Arzt besorgen als den meinigen. Dieser sagt immer dasselbe: Herr Irr (so heiße ich auch), langsam essen, sich auf das Essen konzentrieren, an nichts anderes denken. Schauen sie mal, wie Politiker in großen Runden essen, Arbeitsfrühstück, Gala, ganz gelassen, als ob sie an nichts anderes denken müssten. Und auch sonst nicht aufregen. Er hat aber gut reden. Ruhig bleiben. Weit gefehlt. Gestern fragte die Tochter, warum ich AfD wählte. Und warum ich meinte, die AfD sei eine Alternative für Deutschland. Ob ich nicht wüsste, dass es keine Alternative gibt. Die Lehrerin erzählte, AfD stehe für Aus für Deutschland. Morgen suche ich meinen Psychiater auf, er möchte bitte meine Dosis erhöhen.

Vielleicht lag es an der erhöhten Dosis, dass ich meinen Schäferhund auf einmal verstehen konnte. Er beschwerte sich mit einigem Kläffen darüber, dass es überall so dreckig wäre und viele Leute ihren Dreck einfach auf die Straße werfen würden. Wenn er aber seinen Haufen mache, müssten wir diesen Haufen immer sofort selbst beseitigen. Das sei keine Gleichbehandlung.

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Als Mensch betrachtet, habe er durchaus das Recht der Natur, überall seinen Haufen zu setzen, der überdies vielen hündischen Mitmenschen interessante Informationen liefern würde. Mit einem Abschlussgebell erbat er von mir, dass ich mich bei meiner favorisierten Partei der Nazis für die Forderung auf Rechtsgleichheit einsetzen könne. Gestern habe ich mich wieder mit meinem Hund unterhalten. Sie kennen ja meinen lieben Schäferhund schon! Ich habe ihn gefragt, was er denn abends beim Einschlafen immer so vor sich hin singt. Es sei ein russisches Wiegenlied und bedeute in etwa:

Es ist gut, Katze zu sein
Es ist gut, Hund zu sein
Man kann überall pinkeln
Man kann überall cacaren

Die Mutter meines Hundes war nämlich ein Flüchtling aus Russland.
Dort war das Hundeleben das sprichwörtliche Hundeleben. Jeder Hund war ein Diensthund. Vor der Revolution mussten die Hunde der Wissenschaft dienen. Ein Akademiker namens Iwan Pawlow ist auf Kosten der Hunde weltberühmt geworden. Nach der Revolution kam es noch schlechter. Schon einmal von Bulgakows Erzählung „HEART of a dog“ gehört? Russland taumelte damals im Transplantationsfieber. Man hätte durchaus einen Widerspruch gegen die Organentnahme einlegen können, nur gab es in der Hundesprache keine Präposition Wider, nur FÜR. Im Westen ist die Mutter meines Hundes dann gut zurechtgekommen, da sie nicht nur auf den Hinterbeinen tanzen, sondern auch an allen schwer zugänglichen Stellen riechen und lecken konnte.

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