Die Mehrzahl der heute für die Steuereinnahmen sorgenden Bürger dürfte zu einem erheblichen Teil schon in einer Welt erwachsen geworden sein, die weniger mit Not und Elend als mit Wohlstand und Konsum zu tun gehabt hat.

Schon ihre Eltern hatten sich zumeist genug kleineren oder größeren Wohlstand erarbeitet und einen beruflichen Status erlangt, die es ermöglichten, die Kinder- und Jugendzeit ihrer Sprösslinge unbeschwert und lange dauern zu lassen, manchmal so lange, wie man es sich wünschte.

Es ging ihnen nicht mehr wie bei den Großeltern vorrangig darum, dass die Kinder es einmal besser haben sollten, als sie es selbst in ihrer eigenen Kindheit angetroffen hatten. Es ging nicht mehr um Fragen des Überlebens und der Existenzsicherung, um Gummi-Wochen und andere Einsparmöglichkeiten. Die Vermittlung der dazu gehörigen Tugenden und Pflichten wurde mit den „neuen“ Eltern abgebrochen.

Sie vertraten eine neue Hierarchie der Werte, die in den 60er Jahre und 70er Jahre die Vorstellungen, Wünsche und Lebensweisen erobert hatte.

Selbstbefreiung, freie Sexualität, Drogen-Freiheit, Emanzipation von allen Zwängen und Rollen, Selbstverwirklichung, 3. Welt, Anti-Atom, Friede, Umwelt, Gewaltlosigkeit, Spaß und Freude, neue die herkömmliche Familie ablehnende Lebensformen, Gleichheit und andere schöne Dinge standen ganz oben auf der Werteskala.

Sozialistische und kommunistische Anschauungen grundierten gleichsam diese Werte-Hierarchie und gaben ihr die ausreichende Plausibilität. Für die einen reichte die DKP, für die anderen der KBW oder SDS oder die anderen verschiedenen Sekten des Kommunismus und Sozialismus oder gar die damaligen Parteienlandschaft.

Die Kinder wuchsen also in einer Welt auf, die schon ein gutes Stück vom grün-bunten Kuchen gegessen hatte. Sie gingen in die selbstverwalteten und/oder selbstgegründeten Kinderläden, in die Grundschulen, in die weiterführenden Schulen, in die Fach-und Hochschulen und wurden dort von Lehrern, Professoren und Personal im Sinne des linkslastig grünen und bunten Elternhauses weitergebildet.

In der Zwischenzeit war der Marsch durch die Institutionen erfolgreich gewesen und Politik und Verwaltung in Stadt und Land von den neuen Funktionären beherrscht oder wenigstens durchsetzt. Neue Handreichungen, neue Lehr-und Studienpläne und andere relevante Veränderungen wurden umgesetzt.

Wenn heute die grün-bunte Welt die Gehirne der Wähler erobert hat und das Parteienkartell in DDR-Manier Deutschland zum Teufel schickt und die EU-Diktatur wählt, ohne einen Tsunami zu entfachen, dann muss man für Erklärungen weit ausholen.

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