Seit den 70er Jahren ist es immer fortschrittlich und sozial gewesen, links zu sein. Vielleicht stammt diese Einschätzung linker Positionen noch aus den Zeiten, als im 19. Jahrhundert sich die Arbeiterbewegung konstituierte und viele Bürger- und Adelssöhne bei der Formierung eines Widerstandes gegen die feudal-konservativen Kräfte und den wachsenden Kapitalismus mitwirkten. Diese Bereitschaft, sich für die unteren Klassen einzusetzen, war durchaus eine moralische Entscheidung. Man mag darüber spekulieren, ob dieser Kampf nicht selbst ein Kampf für die kapitalistische Fortentwicklung der Gesellschaft war, doch bleibt am Ende doch ein Fundament, auf dem sich soziales und politisches Denken und Handeln entfalten konnte. Die Geschichte der Sozialdemokratie und der Linken mag ein Beispiel dafür sein, wie die neue Gesellschaft diese Positionen integrierte und wie sich diese Parteibildungen auch selbst integrieren ließen. Aber es gab, aufs Ganze gesehen, eine stetige Verbesserung der Lage der arbeitenden Klassen. Wenn sich der Sozialstaat in der Bundesrepublik ausbilden und bis heute halten konnte, dann hat die sozial-fortschrittliche, in den Anfängen revolutionär zu nennende Position der linken und sozialdemokratischen Kräfte durchaus positive Wirkungen gezeigt. Sie erklären, warum die bunte Linke noch heute mit höchst moralischen Ansprüchen und mit einem unerträglichen Fortschrittsglauben an den globalistischen Kapitalismus auftreten kann.

Die heutige Schein-Linke beutet die Tradition der einstmals kämpfenden Klassen gnadenlos zu ihrem Gunsten aus und macht damit eine verheerende Politik besonders gegen alle Leute, die auf schwachen Füßen stehen und auf einen demokratischen und sozialen Staat angewiesen sind. Diese eine völlige Korrumpierung signalisierende Tendenz der neu-bunten Linken- Grün, rot, rot – wird noch deutlicher, wenn wir diese Linke mit der wirklichen Linken des 19. Jahrhunderts und der Anfänge des 20. Jahrhunderts vergleichen. Während den alten Klassenkämpfern die ambivalente Position zwischen einem Kampf für eine neue Gesellschaft und dem eigenen Beitrag zur Fortentwicklung des Kapitalismus weitgehend verschlossen blieb, setzen sich die neuen linken Apparatschiks- vehement und besessen von ihrer Zukunftsvorstellung- für die fortgeschrittensten globalen Kräfte des Kapitalismus ein und haben damit überhaupt keine Probleme. Unsere auf den Rücken vieler Generationen stehende Gesellschaft, die auch den sozial Schwachen und Bedürftigen bisher eine einiger Maßen sozial abgesicherte, freie Lebensgestaltung bieten konnte, wird den Wölfen des Globalismus einfach zum Fraß für das Linsengericht utopischer Erwartungen an herbeigerufene Gäste aus Afrika und den ersehnten EU-Zentralstaat überlassen. Die einen sollen in der Realität das Arbeitskräftepotential erhöhen und für frischen Wind sorgen, und der EU-Moloch soll die Disziplinierung und Unterdrückung der Völker und die Herrschaft der globalen Interessen und deren Nomenklatura garantieren.

Die rote Fahne ist grün-schwarz geworden!