Man glaubt es kaum, wie schnell der Schrecken von Halle und seine Todesopfer politisch ausgenutzt werden. Man kann seine Unschuld demonstrieren, seine Integrität betonen, seine politische Korrektheit demonstrieren und so tun, als ob alles beim eigenen Handeln im Lot wäre.

Da sind zum Beispiel alle diejenigen Politiker aus der ersten Reihe, die sofort zum Telefon greifen, um den Staatsmännern in Israel ihr Bedauern aussprechen und die Maske der Freundschaft aufzusetzen. Merkel und Steinmeier gehören vor allem dazu. Sie sehen nicht ihre Fehlleistungen in der Politik der letzten Jahre und deren Zusammenhang mit dem eisigen Klima für Juden in Deutschland. Hier und nur hier wäre ein wirklicher Klima-Wandel angebracht und notwendig! Alles liegt in der Hand der Menschen und ist selbstgemacht- vor allem von unseren Politikern.

Gab es nicht genug Angriffe auf Juden in Deutschland? Ist ihnen nicht bekannt, dass schon viele Juden Deutschland den Rücken gekehrt haben oder dabei sind, es zu tun? Ist ihnen nicht bekannt, dass es schon seit Jahren in Berlin und anderswo für Juden gefährlich ist, mit einer Kippa durch die Straßen zu gehen? Ist ihnen nicht bekannt, dass sie mit jedem ungeprüft ins Land geschleppten Islamisten auch in Kauf nehmen, einen für Juden potentiell gefährlichen Menschen ins Land der industriellen Judenvernichtung zu holen? Ist ihnen nicht bekannt, dass es auf unseren Straßen möglich ist, wieder „Juda verrecke!“ zu rufen, ohne dabei auch nur eine Abmahnung oder Rüge befürchten zu müssen?

Schauen wir uns nur das Verhalten in den Sitzungen der Vereinten Nationen an, so sehen wir in der Regel ein Abstimmungsverhalten, dass eher unseren Geschäfts-interessen entspricht als der so intensiv beschworenen Solidarität mit Israel. Selbst bei der Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels sind wir nicht dabei und kämpfen auf der anderen Seite. Auch in der Unterstützung des palästinensischen Kampfes gegen Israel stehen wir mit der EU nicht gerade in der letzten Reihe. Die Millionen, die in die linken Organisationen fließen, um den Kampf gegen die Rechten- zumeist als AfD definiert- zu führen, sind zugleich auch Mittel der Förderung des Antisemitismus, wie jeder weiß, der zum Beispiel die Antifa ein wenig kennt.

Glaubt man ernsthaft, dass diese Politik nicht überall im Lande als das erkannt wird, was sie ist: eine Distanzierung von Israel und den in Deutschland lebenden Juden.

Was hat die Einrichtung von Antisemitismus-Beauftragten, von Gedenktagen, von NS-Forschung und unzähligen Sendungen in den Erziehungsmedien denn anders gebracht, als einen Schleier über die tatsächliche Politik der Distanz – um es freundlich zu sagen – zu Israel und den Juden zu legen?

Dieses Klima, das unsere Spitzenpolitiker mit Bewusstsein zugelassen und zu verantworten haben, ist die Basis des aggressiven Antisemitismus, der wohl ein Gemisch aus links-bunten, rechtsradikalen und islaminduzierten Antisemitismus ist.

Vor diesem Hintergrund ist es geradezu widerlich und unentschuldbar, wenn sofort die politische Propaganda auf allen Kanälen einsetzt, um die AfD mit solchen juden-und menschenfeindlichen Terrorismus, wie er in Halle praktiziert wurde, in Verbindung zu bringen. Die Unterscheidung zwischen einer demokratischen und konservativ-liberalen Partei und einem radikalen Extremismus – ob links, bunt oder rechts – wird nicht getroffen, um noch Halle für den Kampf gegen den politischen Gegner instrumentalisieren zu können. So tief sind „unsere“ Politiker gesunken!