Einer meiner Hochschullehrer, der zweifellos als linker und allseits bekannter Soziologe galt und dem nie unterstellt wurde, konservativ oder rechts zu sein oder jemals gewesen zu sein, vertrat Anfang der 70er zwei Ansichten, die mir heute Wegweiser sind. Erstens: Der Faschismus kommt heute nicht mehr in Springerstiefeln, sondern als Antifaschismus und im Anzug daher. Zweitens: Der Begriff des Volkes muss nicht den Nazis überlassen werden, sondern er muss zurückerobert und wieder angeeignet werden. Heute erkennen wir die Aktualität und Dringlichkeit dieser frühen Aufforderung zum differenzierten Denken. Die Dominanz des falschen Denkens und politischen Handelns zeigt sich natürlich in der gewählten Begrifflichkeit, die mehr der Camouflage dient als der Aufklärung und Positionsbestimmung. Was ist an den Linken links? Was ist human oder europäisch an der eingeforderten Invasion? Was ist liberal an der allgegenwärtigen Zensur? Was ist natürlich an der Genderei und Baby-Sexualisierung? Was ist Rettung an den Politiken des Klima, der „erneuerbaren“ Energie, der Automobilität, der Wissenschafts-und Technikfeindlichkeit, der Grenzöffnung und Schleuserei? Was ist an der FDP freiheitlich und liberal? Was an der CDU/CSU christlich und bürgerlich? Sind die Nazis wirklich die Nazis? Ist unser Staat eine Demokratie? Was gilt das Recht im Rechte-Staat? Solange diese und andere Begriffsvertauschungen und gedanklichen Verwirrungen herrschen, herrschen die Toyota-Prinzipien der Regierungskunst: Alles ist möglich und Wir schaffen das. Leitlinie sind die Interessen der großen Kapitale, des SED-Europas und der vereinigten Menschheit. Voraussetzung dieser systematischen Verleugnung der wirklichen Lage und der Selbsterhaltung: die Niederlage und die Besiegten von 1945.