Wenn du den Mut hast, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen, hat das Konsequenzen: Du bist ja ein Rechter! Du bist ja ein Nazi!      

Was die politische Einteilung in rechts, links und liberal angeht, die Anfang des 19. Jahrhunderts aus einer parlamentarischen Sitzverteilung abgeleitet wurde, so ist sie heute angesichts eines parteipolitischen Machtkartells in Deutschland wohl für eine politische Analyse wenig ergiebig.

Aber wenn Sie für viele Menschen noch heute eine brauchbare Einteilung bietet, wie erklärt sich das?

Es gibt da eine gute Wirkung: Man erhöht sich immer ein klein wenig selbst, wenn die anderen rechts sind. Der erhöhende Mehrwert des Begriffs des Linken kommt dadurch zustande, dass hier immer ein humaner, auf soziale und politische Emanzipation zielender Antrieb mitschwingt, während doch der Rechte in der Regel mit einem Vorbehalt bedacht und oft bedenkenlos mit einem Nazi gleichgesetzt wird.

Besonders amüsant ist es, wenn man von früheren Bekannten und Freunden, deren Lebensweg und politisches Verhalten mit Konformismus gut beschrieben wird, schon nach kurzer Diskussion als Rechter und Nazi bezeichnen wird. Man folgt halt wieder- wie so oft bei uns- den herrschenden Gepflogenheiten!

Hat sich unser Bürger erst einmal der guten linken Seite zugeordnet und sein Selbstwertgefühl gestärkt, müssen auch Ziele gefunden werden. Da liegt nichts näher, als den Kampf gegen die Rechten zur Basis zu machen. Was ist gefahrloser, unbedenklicher, karriereförderlicher und smarter, als den Kampf gegen die Nazis zu führen? 1933 wäre das sicherlich eine andere und lebensbedrohliche Angelegenheit gewesen, auch in den 50er und 60er Jahren, sogar noch Anfang der 70er war eine solche Feinderklärung durchaus noch beachtlich und couragiert.

Heute ist diese politisch eingeforderte Übung des permanenten „Aufstandes der Anständigen“ ein wohlfeiles Vergnügen und dient anderen Zielen. Es ist eine politische Rhetorik der Unterdrückung und Ablenkung von zentralen politischen Fragen. Mit der Übertragung des in der DDR als Staatsdogma geltenden Antifaschismus auf das vereinte Deutschland wird ein staatliches Ziel gefunden, das eine flexible und moralische Herrschaftssicherung zustande bringt und die Möglichkeit bietet, jede grundsätzliche Kritik am staatlichen Handeln unter Verweis auf Rechts –und Nazi-Lastigkeit zu diffamieren und dabei scheinbar die Moral und die Geschichte auf seiner Seite zu haben.

Der neue Faschismus wird übrigens nicht in Springerstiefeln und kahlen Köpfen, sondern in modisch-legerem Outfit daherkommen und sich als Antifaschismus darstellen. Auch die Anwendung dieses so wichtigen Suchmusters wird durch die keineswegs ziellose Rhetorik der politischen Klasse zum eigenen Schutz verhindert.

Außerdem stehen, ergänzend zum Kampf gegen rechts, seit den 80er und 90er weitere besonders von den grünen Wortführern, Moralspezialisten und politischen Laufbahnakrobaten formulierte moralische Angebote zur Verfügung. Nicht zuletzt werden der Atomtod verhindert und die alternativen Energien gefördert, die Rettung der Umwelt und des Universums in Gang gesetzt und die Befreiung von allen sexuellen Normalitäten zum Lebensziel erklärt. Überraschend schnell entsteht in weiten Teilen der Gesellschaft ein von diesen Themen bestimmtes Diskussions- und Meinungsklima.

Grundlage für alle diese Aktivitäten ist ein moralischer Anspruch, der sich mit Kleinigkeiten und Konzentration auf das Kleinteilige und Machbare nicht abgibt, sondern stets aufs Ganze der Welt und die Menschheit schlechthin gerichtet ist. Mit kleiner Münze gibt man sich nicht zufrieden. Auch hier gilt die Erfahrung, dass solche hehren Ziele immer mit konkreten Interessen einhergehen und die gepredigte Moral bei der Durchsetzung der Interessen keine Richtschnur ist.

Es baut sich ein Umwelt-Lobbyismus auf, und die Grünen finden ihre lang vermissten regelmäßigen Gehälter und Positionen. Kriege sind ihnen auch nicht mehr ein Tabu. (Doch wegen des blamablen Zustandes der Bundeswehr kaum möglich.)

Zu den zentralen Erfolgen der vom parteipolitischen Machtkartell angewandten Propaganda und Kunst der Public Relations gehört es sicherlich, wenn das grün und schwarz angestrichene Linkssein gleichsam zum guten Ton gehört. Die Macht besetzt die Frage der Moral, und ihr Wahlvolk weiß sich auf der Seite der Guten.

Folgt man der Selbsteinschätzung vieler Bürger, wären heute 50 bis 60 Prozent links, inklusive aller Regierungen: Arbeitslosigkeit, Elend, Obdachlosigkeit, die Sorge um Kranke und Behinderte wären damit in besten, eben linken Händen. Ist das wirklich so? Keiner macht sich doch wirklich irgendwelche Illusionen über die Handlungsinteressen der politischen Klasse: Geld und Macht sind zumeist die treibenden Kräfte. Cui bono? Wem zum Nutzen?

Kurzer Lehrgang: Die versteckte und teilweise offen vorgetragene Agenda des politischen Handelns wird vom weltweit operierenden Finanzkapital diktiert. Es fordert u. a. grenzenlosen Warenverkehr (keine Grenzen und keine Steuern), weltweite disponible Arbeiterströme, die Herstellung einer inhomogenen, weil leichter zu steuernden Population und Einsparung an Bildung, Gesundheit und weiteren sozialen oder auf die Infrastruktur gerichteten Ausgaben. Der nationale und soziale Staat mit seiner gesamten, in Jahrzehnten aufgebauten Infrastruktur und der darin enthaltenen Sorge für alle Teile der Bürger steht diesem Projekt entgegen und soll zerstört werden. Senkung des Lebensniveaus und der Lebenschancen aller Bürger stehen somit auf der Tagesordnung. Dazu ist der politischen Klasse jedes Mittel recht: Erst beteiligt man sich ideell an der Bombardierung afrikanischer und anderer Staaten; danach beklagt man die Opfer und nutzt die Situation aus, um unter dem Deckmantel humanitärer Hilfe die in Deutschland gegebene kulturelle Solidarität durch ungeregelte, unserer Kultur fernstehende Massenimmigration zu zerstören.

Kulturelle Homogenität ist ein Widerstandspotential gegen eine ungezügelte Kapitalherrschaft; Inhomogenität und Verdrängung schwächen die Abwehrkräfte und wirkungsvollen Widerstand. Letztendlich wird der Staat kampflos und mit Hilfe der politischen Klasse fremden Mächten überantwortet.

Alle diese unglaublichen, verheerenden Tendenzen wären nicht mehrheitsfähig, wenn es den gesunden Menschenverstand noch gäbe:

Aber alle relevanten Medien (Fernsehen, Zeitungen und Zeitschriften, Werbung, Radio, Internet etc.) sind vereinheitlicht und lassen nur Meinungen gelten, die in das politische Programm passen und es fördern. Ehemals lesbare und anspruchsvolle Zeitungen haben die Bild-Zeitung eingeholt. FAZ, Zeit und Süddeutsche mag man nicht mehr lesen. Selbst das Klassik-Radio führt sich als politisches Sprachrohr auf.

Schauspieler, Popstars und weitere Nutznießer des öffentlichen und privaten Fernsehens und Radios tun mehr als ihre Pflicht, um auf der Besetzungsliste zu bleiben oder ihre Songs zu verkaufen. Auch der Sport mit der Speerspitze der Bundesliga engagiert sich für das Allgemeinwohl nach dem Motto: Es kostet nichts, man gewinnt politische Unterstützung für den Bedarfsfall und ölt die maßlose Geldmaschinerie. Ansonsten wird demonstriert, dass man dazugehört.

Hinzu kommt die Agitation der zwei Kirchen als große Arbeitgeber und Sozialkonzerne, die es noch besser als die Politiker betreiben wollen und mit ihrer politisch unterlegten Moralisieren den letzten Christenmenschen vergraulen; fast eine Millionen Arbeitnehmer und deren Familien sind unmittelbar diesem Trommelfeuer rettungslos ausgeliefert, und wer nicht spurt, der fliegt. Außerdem winken für die Kirchen große Profite, wenn sie die propagierte Moral praktisch anwenden. Die islamische Afrika-Invasion ist ein phantastisches ergiebiges Geschäftsmodell für die Hüter des Christentums. Doch das war schon immer so, nur selten so ausgeprägt und verlogen.

Universitäten und Hochschulen, die eigentlich Kompetenz im Streit um richtige Wege einbringen sollten, finden kaum Worte, die herrschenden Denkschablonen auch nur in Frage zu stellen, und auf dem Campus herrscht wissenschaftsfeindliche Duckmäuserei und Einheitskost. Weltweit führend bleibt die Aufarbeitung der- Gott sei gedankt- nie endenden Vergangenheit, die von über 200 Gender-Professorinnen diskutierten lebenswichtigen Fragen, wann der Mann ein Mann ist, wann die Frau eine Frau und wann ein Mädchen ein Mädchen und ein Junge ein Junge, und, nicht zu vergessen, die Umweltfragen, die sich von der Wegwerfdose bis hin zur Rettung des Universums gemausert haben und die eine ganze Zunft durch die Entdeckung immer neuer umweltvernichtender Tatbestände in Arbeit und nicht zu knappes Brot bringt. Die nächste Generation der Vergangenheitsbewältiger, der Sex- und Gendergebildeten und der Retter des Universums steht schon in den Startlöchern.

Von den vielen Verwaltungen im Lande, die politisch in fester Hand sind und in denen die Karrierechancen nach politischem Mitmachen und Parteibüchern verteilt werden, gehen auch keine nennenswerten Impulse aus. Beim Rest der Mitarbeiter dürfte das Mitläufertum aus reinen Existenzgründen schon in die Millionen gehen.

Fast hätte ich sie vergessen: Die Lehrer aller Schulgattungen, die ja von Natur aus einwandfrei grün sind und sich die Unterrichtsvorbereitung gern von dem staatlich geprüften Lehrplan aus der Hand nehmen lassen, gehören ebenfalls in diese keineswegs vollständige Aufzählung der Gruppen und Institutionen, die dafür sorgen, dass auch in Zukunft der Strom auch die vorgegebene Richtung nicht verlässt.

Sieht man sich dann noch die Verlautbarungen der Vorstände großer Konzerne und Banken an (Welche Großaktionäre sind da am Werk?) oder denkt noch an die Polizei und das Militär, in denen ja auch Gehorsam eine Pflicht ist, dann weiß man, wie stark der Druck auf die Werktätigen (nicht der DDR, aber wie in der DDR) ist, ja nicht anderer Meinung zu sein.

Es ist schon eine stetige, ihre Formen und Formate zwar wechselnde, jedoch den Tenor beibehaltende intensive und kunstreiche Macht der Manipulation, Dauerpropaganda und Public Relations, die seit Jahren die letzten Reste des gesunden Menschenverstandes lahmlegt und somit eine politische Öffentlichkeit verhindert. Das Besondere und in seiner Intensität einmalige an der Gegenwart ist die Einheitlichkeit der Inhalte über alle Lebensbereiche hinweg. Man darf von der Herstellung einer eindimensionalen Welt sprechen. Der größte Erfolg dieser neuen Zensur ist jedoch, das Publikum überzeugt zu haben, dass es keine Zensur mehr gibt (Thomas Molnar). Das Gehirn ist langsam leergefegt und leistet keine Gegenwehr mehr; es kapituliert vor den politisch korrekten Inhalten. Ob die zukünftige, in diesem System erzogene Generation hierin überhaupt ein Problem sieht, kann diskutiert werden.

Allmählich entsteht auch eine anschauliche Vorstellung davon, wie der Nationalsozialismus funktionieren konnte: durch Herstellung von Massenloyalität auf Grund einer systematischen Propaganda auf Höhe der Zeit. Die Loyalität hielt ziemlich lange, wie jeder weiß.

Dass aus der gesamten, nicht unerheblichen Zahl der beruflichen Vergangenheitsbewältiger keiner den Mut hat, hier Vergleiche zwischen den heutigen und damaligen Systemanfängen anzustellen, bleibt ein Rätsel.

Dieser Hinweis auf ein Forschungsdesiderat und auf einen aktuellen und einmal nicht politisch angepassten Beitrag der Forschung zum Nationalsozialismus zur Gegenwartsbewältigung – Vergleich der Nazi-Propaganda mit Aspekten der Gegenwart- trifft noch mehr auf die Selbstermächtigung der Kanzlerin bei der Öffnung der Grenze für die Massenmigration zu.

Mit den nachfolgenden Ovationen für diese Untat haben die politische Klasse und die Rechtsprechung ihren Offenbarungseid geleistet. Hätte nicht der Bundestagspräsident wenigstens eine parlamentarische Sondersitzung veranlassen müssen? Warum hat der Innenminister die Abschaffung der Grenzkontrollen einfach zugelassen? Die Abweisung der Verfassungsklage durch das Bundesverfassungsgericht dokumentiert nur noch die Abdankung einer unabhängigen Rechtsprechung und die Eroberung der Justiz seitens der politischen Machthaber u. a. durch die in diesem zentralen Bereich der Demokratie praktizierte parteipolitische Personalauslese.

Die Etablierung einer neuen Form der autoritären Massendemokratie scheint vollzogen zu sein. Unglaublich – das alles nach den Erfahrungen mit den Anfängen des Dritten Reichs!

Warum kümmert sich die gut ausgestattete und intensiv geförderte Forschung zum Nationalsozialismus nie um die brennend aktuelle Frage, wie wir unsere Demokratie vor totalitären Tendenzen bewahren könnten? Die hintergründige Antwort mancher NS-Forscher, das deutsche Volk vorsichtshalber einfach auszulöschen, ist wohl keine wissenschaftlich tragbare Hypothese. Die Kinder und Ur-Enkel der Nazis haben jedoch als Weltenrichter in der Tat ein radikales Programm, wie sollte es anders sein. Dabei stehen sie selbst, ob sie wollen oder nicht, in einer unheilvollen Tradition.

Abgesehen davon, sollten sie eigentlich in der Lage sein, den immensen Beitrag ihrer wichtigen Forschungsarbeit für die aktuelle politische Unterdrückung und Meinungsdiktatur in Deutschland zu durchschauen. Fehlt diese politische Sensibilität, dürfte sich dieser Mangel auch in ihrer Forschungsarbeit niederschlagen. Auch auf diesem hochmoralischen Gebiet gilt der kritische Blick: Der neue Faschismus könnte auch hier als Anti-Faschismus auftreten.

Will man diese Situation des eindimensionalen Denkens und der keimenden totalitären Tendenzen wirklich verstehen, reicht es natürlich nicht aus, ausschließlich auf das heutige Instrumentarium der manipulativen Beeinflussung des Wahlvolkes und der damit einhergehenden Zensur hinzuweisen.

Es gibt eine lange Vorgeschichte der Sorge um den Charakter aller Deutschen, die als Programm der Reeducation bekannt ist und bleibende Auswirkungen gehabt hat (Caspar von Schrenck-Notzing). Der seit den 60er Jahren erfolgte kontinuierliche Auf – und Ausbau einer Industrie der Vergangenheitsbewältigung gehört dazu. Mit der Ferne von der NS-Zeit nimmt die Intensität des antifaschistischen Kampfes zu. Die durch Hartz IV vollzogene Entkernung der sozialen Demokratie (SPD) und der durch SPD und Grüne vollzogene Tabu-Bruch einer deutschen Kriegsbeteiligung sind weitere, vielleicht noch nicht einmal die wichtigsten Meilensteine der jüngeren Geschichte, die zum derzeitigen desolaten Zustand des politischen Bewusstseins und Handelns und zum allgemeinen Defätismus der Mehrheit der Deutschen beigetragen haben.