Gab es zum Ausgang der 60er nicht schon einen Schülerprotest, der Zensurenverbot, Rauchzimmer, Sexualbefreiung und Aufarbeitung der NS-Zeit und ein Denken gegen rechte Meinungen und Anschauungen forderte? Alle diese Forderungen wurden in den nächsten Jahren und Jahrzehnten immer mehr verbreitet, verwirklicht und ausgebaut.

War nicht Anfang der 70er die Universität nicht schon ein Hort der Ausbildung der späteren Parteifunktionäre, Lehrer, Richter und der Beamten? War in den 60er der Kampf gegen die rechten Meinungen und Anschauungen noch durch die älteren Hochschullehrer gedämpft und eingeschränkt, so kommt mit dem Schub der neuen Generation der Studenten und Hochschullehrer frischer linker Wind in die Hörsäle und setzt an die Stelle des Muffs von tausend Jahren neue zukunftsweisende Akzente. Sozialismus und Kommunismus von Marx bis Stalin, von Mao bis Pol Pot, Aufarbeitung bisher verschmähter linker Denker aller Richtungen und eine moralisierte Positionsbestimmung wurden Gegenstände des Lernens und Lehrens. Der Siegeszug der Frankfurter Schule dominierte die Denkrichtungen.

Hinzu kam, dass Prüfungen aller Art an vielen Orten eine leichte Sache wurden. Ich kenne Universitäten, an denen die Examensarbeiten von studentischen Hilfskräften gelesen und beurteilt wurden. Viele der Studenten waren schon beizeiten in einem Parteinetz organisiert und planten ihre späteren Karrieren. Die neuen Hochschullehrer selbst kamen zumeist auch aus solchen Zusammenhängen. Der Marsch durch die Institutionen war erfolgversprechend. Die Befreiung von den Zwängen wurde in kleineren Dosen praktiziert und etwa vorhandene Tabus in Maßen abgebaut.

Freiheit von Forschung und Lehre wurde damals schon einseitig ausgelegt und für die vorherrschenden links getönten Denker reserviert. Auch der Kampf gegen falsch denkende, rechte Theoretiker ist keine Erfindung der Merkel-Gegenwart. Viele von uns haben diese Entwicklungen nicht nur toleriert, sondern sie haben mitgeholfen, sie umzusetzen.

Jeder wollte seinen Platz an der Sonne. Dass viele viel gelernt haben, weil alle lernen wollten, dass es beeindruckende Hochschullehrer gab, die ihren eigenen Weg gingen und ihren Auftrag der Lehre sehr ernst nahmen, sollte man jedoch nicht verschweigen.

Diese erste Generation aus der neuen links angehauchten Universität trat in den 70er Jahren in das Berufsleben ein. Die frühen kleinen Blüten der links-bunten Kultur wurden in den Institutionen sichtbar. Oft wurden die Möglichkeiten allerdings durch den Realitätssinn und den gesunden Menschenverstand des älteren und erfahreneren Personals und der alten Führungsriege gebrochen und pragmatisiert. Später gab es dann auch in den der Universität nachgelagerten Berufsstätten den Führungswechsel zum Neuen Denken. Die Früchte der links-sozialen Machtentfaltung wurden in den 90er Jahren immer sichtbarer und die  negativen Folgen immer spürbarer. Doch der Berufsalltag beansprucht Kraft und Aufmerksamkeit.

Als Familienvater wurde ich schon früh mit der Fortschritts-Pädagogik der neuen Lehrer vertraut gemacht. Das grüne Programm wurde den Kleinen vorzeitig in leichten Dosen eingeimpft. Von der Schule an die Universität und von dort in die Schule. Wo sollten hier Pragmatismus und gesunder Menschenverstand herkommen? Es ist kein Zufall, dass die grün-bunten Träume unter den Lehrern viele Propaganda -Träger haben. Die Saat des Guten sieht man überall noch wachsen!

Natürlich hat man die Kinder auch selbst falsch erzogen und mit den ernsten Dingen des Lebens allzu wenig vertraut gemacht. Ferien im Rhythmus der Lehrer, Schüler- Austausch, Auslandsaufenthalte während des Studiums, keine großen Geldsorgen und Hilfe beim Studium, aber keine klassische Familie, die festen Halt, klare Überzeugungen und Charakter vermittelt hätte. Alle eigenen Kinder laufen nun den neuen Seelen-Fängern nach und bekämpfen die nicht vorhandene große Nazi-Gemeinde.

Wenn die Juristen, die Lehrer, die Hochschullehrer, die Mediziner, die Priester etc. heute zu einem großen Teil ihren bunten Unsinn verzapfen und bunte Taten begehen, muss man wissen, das sie alle im Kindergarten geimpft, in der Schule indoktriniert und im Studium den letzten bunten Schliff erhielten. Das Elternhaus wird auch nicht ohne Einfluss gewesen sein!

Mit dieser kleinen Skizze möchte ich auf den großen Anteil meiner Generation an der Merkel-Herrschaft und ihrem Gefolge und ihren Folgen hinweisen. Das Generationen-Versagen ist allein keine Größe der Vergangenheit und der Nazi-Zeit.